Leptospirose

Vorsicht Zoonose – auch der Mensch kann erkranken!

Die Leptospirose (Stuttgarter Hundeseuche) ist eine weltweit zu beobachtende bakterielle Erkrankung, die tödlich verlaufen kann. Ursprünglich waren beim Hund vor allem die Servovare Canicola und Icterohaemorrhagiae häufig. Durch die jahrzehntelange Verwendung von Impfstoffen gegen diese Erreger haben Infektionen mit diesen Erregern an Bedeutung verloren. Am häufigsten werden laut der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin inzwischen Antikörperspiegel gegen die Serovare Bratislava (Australis), Grippotyphosa und Pomona beobachtet. Bei der Leptospirose handelt es sich um eine Zoonose, das heißt, die Krankheit kann vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Beim Menschen wird eine Infektion mit dem Serovar Icterohaemorrhagiae auch als Weil-Krankheit bezeichnet, die Zahl der Erkrankungen hat in den letzten Jahren zugenommen. Die Leptospirose des Menschen ist nach dem Infektionsschutzgesetz eine meldepflichtige Erkrankung.

Die Ansteckung erfolgt meistens durch infektiösen Urin

Leptospiren werden von infizierten Tieren mit dem Urin ausgeschieden. Vor allem Ratten und Mäuse sowie andere Nagetiere spielen neben Hunden als Erregerreservoir eine große Rolle. Über den Urin wird die Umwelt mit dem Erreger kontaminiert und andere Tiere können sich indirekt durch den Kontakt mit infiziertem Urin und der kontaminierten Umwelt anstecken. Die Ansteckung erfolgt für den Hund besonders durch das Trinken aus oder das Baden in warmen stehenden Gewässern, Pfützen, aber auch durch Erde, Schlafstelle, Wasser oder das Futter. Badegewässer sind auch ein häufiger Ansteckungsort für den Menschen. Hunde können sich daneben auch direkt bei infizierten Artgenossen, z.B. durch Bisse oder Hautläsionen und bei der Paarung infizieren.

Mit dem Blut werden die Bakterien im Körper verteilt, schwere Nierenschäden sind häufig die Folge

Die Bakterien gelangen dann in die Blutbahn und mit dem Blut in Leber, Nieren, Milz, zentrales Nervensystem (ZNS), Augen und Geschlechtsorgane. Dort vermehren sie sich rasch, wobei es zu schweren Organschäden kommen kann. Die Symptome können mild und unspezifisch sein und sich nur in Lethargie und Depression äußern. Es können aber auch Leibschmerzen mit schweren Leberschäden und Gelbsucht auftreten. Die beim Menschen häufig beobachtete Gehirnhautentzündung ist beim Hund nicht vorherrschend, häufiger sind schwere Nierenschäden und Blutungen in die Lunge, die tödlich enden können. Der Schweregrad der Symptome ist in erster Linie vom Alter des Patienten und von der Fähigkeit des Hundes abhängig, spezifische Antikörper zu bilden. Vor allem bei ungeimpften Tieren kann eine Infektion daher tödlich verlaufen.

Erregerausbreitung durch unerkannte Erregerausscheider

Leptospiren-Infektionen können auch ohne klinische Symptome verlaufen. Diese unerkannt infizierten Tiere können aber, ebenso wie gesundete Tiere, weiterhin Erregerausscheider sein und stellen somit nicht nur für andere Hunde, sondern auch für den Menschen eine Infektionsquelle dar (Weil-Krankheit).

Impfung gegen die Leptospirose ist ein MUSS (Core-Impfung)

Nach den deutschen Impfempfehlungen für die Kleintierpraxis gehört die Impfung gegen die Leptospirose zu den Pflichtimpfungen (Core-Impfung). Sie ist nach der Grundimmunisierung (zwei Impfungen im Abstand von 4 Wochen) jährlich aufzufrischen. Bisherige Leptospirose-Impfstoffe schützten gegen zwei nach wie vor auftretende Erregerstämme (Canicola und Icterohaemorrhagiae). Durch die jahrzehntelange, konsequente Impfung gegen diese beiden Servovare tritt etwa Canicola kaum noch auf. Die heute vorherrschenden Infektionen gehen auf die Servovare Bratislava (Australis), Pomona und Grippotyphosa zurück. Aus diesem Grund wurden neue, um die beiden Stämme Bratislava und Grippotyphosa erweiterte Leptospirose-Impfstoffe entwickelt. Um Ihrem Hund den bestmöglichen Schutz zu geben, sollten Sie ihn mit den neuen Impfstoffen impfen lassen. Das rät auch die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin in ihren aktuellen Impfleitlinien (von 2016). Zudem sollten auch Hunde, die eine Infektion überstanden haben, nach der Genesung geimpft werden, da die Immunantwort gegen Leptospiren zum einen weitestgehend Serotyp-spezifisch und zum anderen nicht lang andauernd ist.

 

Leptospiren sind schraubenförmige Bakterien, die von den Reservoirtieren wie Nagetieren zum Teil lebenslang im Urin ausgeschieden werden und vor allem in stehenden Gewässern über lange Zeit infektiös bleiben.

"Bei der Leptospirose handelt es sich um eine Zoonose, d.h. es können nicht nur Hunde, sondern auch der Mensch schwer erkranken. Daher ist eine regelmäßige Impfung ein absolutes MUSS."