Parvovirose

Eine Infektion kann fatal sein

Die Parvovirose ist eine hoch ansteckende und in einigen Regionen noch weit verbreitete Viruserkrankung und eine der häufigsten infektiösen Todesursachen beim Hund. Vor allem bei Welpen mit ungenügendem Schutz aufgrund sinkender mütterlicher Antikörperkonzentrationen und bei ungeimpften Hunden ist mit einem schweren, nicht selten fatalen Verlauf der Erkrankung zu rechnen. 
Aktuelle Untersuchungen in Deutschland haben gezeigt, dass das Parvovirus hierzulande weit verbreitet ist. 15 von 21 Kotproben (71,6 %) von Hunden mit Durchfall sind Parvovirose-positiv getestet worden (Decaro et al. 2009).  

Die Parvovirose wird durch verschiedene Varianten des caninen Parvovirus (CPV 2a, 2b und 2c) hervorgerufen, einem sehr widerstandsfähigen Virus, das noch Wochen bis Monate in der Umwelt überleben kann und in großer Zahl von infizierten Tieren ausgeschieden wird: Ein Gramm Kot kann rund eine Million Hunde anstecken. Die Behandlung ist schwierig und oft erfolglos.

Die größte Bedeutung hat inzwischen die Variante 2c, die in vielen Ländern – u.a. auch Spanien, Deutschland und Großbritannien – vorkommt und nicht selten zu lebensbedrohlichen Erkrankungen führt.

Vor allem junge, ungeimpfte Hunde sind gefährdet

Generell können alle Hunde ab einem Alter von 4 Wochen erkranken. Hauptsächlich erkranken jedoch Tiere unter einem Jahr. Besonders häufig sind Welpen betroffen, die nicht ausreichend oder nicht mehr ausreichend durch mütterliche (maternale) Antikörper geschützt sind und nicht frühimmunisiert wurden. Für sie ist die Gefahr einer generalisierten Erkrankung und dem Tod nach 2-12 Tagen besonders groß. Überleben sie die akute Phase der Erkrankung, sterben sie dennoch häufig noch vor Erreichen ihres dritten Lebensmonats an den Folgen einer Entzündung des Herzmuskels. Die Tiere können aber noch Jahre später aufgrund einer Organschädigung durch das Virus an Herzversagen sterben.
Bei Dobermannpinscher, Rottweiler und Deutschem Schäferhund wird außerdem von einer erhöhten Anfälligkeit (Rasseprädisposition) für diese Erkrankung ausgegangen.

Infektionsquellen lauern überall

Die Ansteckung erfolgt vorwiegend durch die Aufnahme von infiziertem Kot über verunreinigtes Futter, das Belecken von Fell und Händen, Teppichen oder Kleidern (Risiko: kotverschmutzte Schuhe). Andere Sekrete oder Exkrete spielen hier nur eine geringe Rolle. Auch eine direkte Übertragung des Virus von Hund zu Hund ist selten.

Das canine Parvovirus benötigt für seine Vermehrung Zellen mit einer hohen Teilungsrate wie z.B. Zellen der Darmkrypten und des blutbildenden bzw. des Immunsystems.

Leitsymptome sind heftiges Erbrechen und wässriger, oft blutiger Durchfall

Der Schweregrad der Erkrankung variiert stark und der Verlauf hängt zum einen von der Infektionsdosis, zum anderen von Alter und Immunstatus des Tieres ab. Um den Infektionsdruck gering zu halten, ist eine gute Hygiene von sehr großer Bedeutung. Dadurch wird verhindert, dass die Welpen mit großen Virusmengen in Kontakt kommen.

Nach einer Inkubationszeit von 4-7 Tagen kommt es in der Regel zu einem akuten Verlauf mit plötzlichem, starkem und anhaltendem Erbrechen. Kurz darauf setzt wässriger, oft blutiger Durchfall ein. Die Tiere können bis zu 41,5°C Fieber bekommen oder im Verlauf auch an Untertemperatur leiden. Aufgrund von Durchfall und Erbrechen sind die Tiere schnell dehydriert. Zu Todesfällen kommt es vor allem bei Junghunden in Folge von Blutvergiftung oder Endotoxinschock.

Infektion des Knochenmarks führt zur Schwächung der Immunabwehr

Die Infektion des Knochenmarks führt zu einem ausgeprägten Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukopenie), wobei die Lymphozyten besonders betroffen sind. Dies hat eine Schwächung des Immunsystems (Immunsuppression) zur Folge, die wiederum Sekundärinfektionen mit Bakterien oder dem caninen Coronavirus begünstigt. Eine Behandlung der Virusinfektion selbst ist nicht möglich, es kann nur versucht werden, die Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Fieber und die Dehydratation zu lindern. Entsprechend zweifelhaft bleibt die Prognose.

Eine Impfung gegen Parvovirose ist bereits im Alter von 4 Lebenswochen möglich

Der wirksamste Schutz ist eine gegen alle Varianten (CPV 2a, 2b und 2c) des Virus schützende Impfung im Welpenalter. Solch ein breiter Schutz wird z.B. durch den Parvovirus Impfstamm von MSD Tiergesundheit, der in allen Parvo-Virus-haltigen Impfstoffen in sehr hoher Antigenkonzentration enthalten ist, bewirkt. Zusätzlich kann der Impfstoff von MSD Tiergesundheit bereits ab einem Alter von 4 Wochen eingesetzt werden. Wichtig für die Ausbildung einer wirksamen Immunität ist eine korrekt durchgeführte Grundimmunisierung (siehe Staupe). Anschließend ist eine Auffrischungsimpfung bei Verwendung von Impfstoffen der Firma MSD Tiergesundheit lediglich alle 3 Jahre erforderlich. Besonders vor Reisen ist eine Wiederholungsimpfung empfehlenswert.

Impfung gegen die Parvovirose ist ein MUSS (Core-Impfung)

Nach den deutschen Impfempfehlungen für die Kleintierpraxis gehört die Impfung gegen die Parvovirose zu den Pflichtimpfungen (Core-Impfung).

 

Blutiger Durchfall weist auf eine Infektion mit dem Parvovirus hin.

"Für einen wirksamen Impfschutz gegen Parvovirose ist es wichtig, dass der Impfstoff gegen alle drei bedeutenden Varianten des caninen Parvovirus (CPV 2a, 2b und 2c) schützt und die Tiere eine vollständige Grundimmunisierung erhalten."