Zwingerhusten

Zwingerhusten wird durch mehrere Erreger verursacht

Zwingerhusten ist eine hoch ansteckende multifaktorielle Erkrankung der oberen Atemwege. An der Erkrankung sind meist mehrere Erreger beteiligt (Mischinfektion), weshalb auch häufig vom Zwingerhustenkomplex gesprochen wird. Viren schädigen dabei zunächst die Atemwegschleimhäute und erleichtern dadurch verschiedenen, in der Umwelt vorkommenden Bakterien, diese zu besiedeln, Schäden anzurichten und Krankheitssymptome zu verursachen.

Zu den Primärerregern gehören das canine Parainfluenzavirus (CPIV), canines Adenovirus 2 (CAV 2), canines Herpesvirus (CHV) und canines Reovirus.  Bakterien sind sekundär beteiligt, wobei Bordetella bronchiseptica (Bb) eine Ausnahme darstellt. Dieser Erreger zählt ebenfalls zu den Primärerregern und kann auch ohne Beteiligung anderer Erreger schwerwiegende Symptome auslösen.

Weitere krankmachende, nicht-infektiöse Faktoren

Neben den infektiösen Erregern gelten auch Haltungsform (Zwinger, Gruppenhaltung, Überbesetzung) und Haltungsbedingungen (Umgebungstemperatur, Luftfeuchtigkeit, mangelhafte Hygiene) als krankmachende Faktoren bzw. als solche, die das Entstehen der Erkrankung fördern.
So sind Hunde in Hundekolonien wie in Tierheimen, Zwingern, Tierpensionen oder Tiere, die viel Kontakt zu anderen Hunden haben (Hundeschulen, „Gassigeh-Service“, Welpengruppen) weitaus stärker gefährdet, als Tiere in Einzelhaltung. Aber auch individueller Stress (lange Transporte, Besitzerwechsel, starker Wurmbefall) schwächt das Immunsystem der Tiere und begünstigt so eine Infektion.

Leitsymptom ist ein quälender und bellender Husten

Nach einer Inkubationszeit von 2-30 Tagen, die sich nach den beteiligten Erregern richtet,  tritt ein akuter, wiederkehrender, trockener Husten auf, der besonders bei Anstrengung und Aufregung einsetzt. Das Allgemeinbefinden ist in der Regel ungestört.
Bordetella bronchiseptica verursacht dagegen eher feuchten Husten, begleitet von Niesen und schleimig-eitrigem Augenausfluss. Meist legt sich der Husten binnen 14 Tagen. Als Komplikation treten gelegentlich Lungenentzündungen (Bronchopneumonien) auf.

Impfen an der Erregereintrittspforte – der Nase

Hunde, die auf Grund ihrer Haltungs- und Nutzungsbedingungen (s.o.) verstärkt gefährdet sind, sollten vorsorglich gegen den Zwingerhustenkomplex geimpft werden. Dabei sollte Impfstoffe, in denen die Komponenten beider Haupterreger (Bordetella bronchiseptica und canines Parainfluenzavirus) enthalten sind, eingesetzt werden. Immunologisch besonders sinnvoll ist die lokale Verabreichung des Impfstoffes an der Einrittspforte, der Nase. Durch die lokale Applikation, wie dies bei dem Impfstoff der Firma Intervet der Fall ist,  wird nämlich besonders schnell eine lokale Immunantwort hervorgerufen. Die Immunität gegen Bordetella bronchiseptica beginnt bereits nach nur 72 Stunden. Daher ist eine Impfung bis zu drei Tage vor einer zu erwartenden, erhöhten Infektionsgefahr möglich.

1 Impfung = 1 Jahr Schutz

Weitere Vorteile sind, dass die intranasale Impfung nicht grundimmunisiert werden muss (mehrere Impfungen in einer zeitlich festgelegten Abfolge) und dass sie nicht von maternalen Antikörpern beeinträchtigt wird. Bereits eine einzige Impfung schützt den Hund für ein ganzes Jahr vor Zwingerhusten.

Weitere Informationen zum Zwingerhusten finden Sie unter www.zwingerhusten.de.

"Die Impfung gegen Zwingerhusten kann an der Eintrittspforte der Erreger - der Nase - erfolgen und muss ohne Grundimmunisierung nur einmal im Jahr erfolgen."